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Kreistag2026-10-07

Ideenfabrik wird fortgeführt - Klare Vorgaben für Wirtschaftlichkeit und Weiterentwicklung

Ideenfabrik wird fortgeführt: Klare Vorgaben für Wirtschaftlichkeit und Weiterentwicklung

Kreistag beschließt geänderten Vorschlag der CDU-Fraktion 

Die Ideenfabrik Nachhaltige Wirtschaft im Kreis Euskirchen hat eine Zukunft. In seiner Sitzung am 7. Oktober 2026 hat der Kreistag die Fortführung des Projekts auf Grundlage eines geänderten Beschlussvorschlags der CDU-Kreistagsfraktion beschlossen. Damit ist der Weg für die weitere Arbeit der Ideenfabrik geebnet. Gleichzeitig wurden klare Vorgaben zur Begrenzung der Kosten, zur Entwicklung einer langfristigen Standortperspektive und zur wirtschaftlichen Weiterentwicklung festgelegt.

Für die CDU-Kreistagsfraktion war während der gesamten Beratungen eines entscheidend: Die Ideenfabrik soll als Einrichtung der Wirtschaftsförderung erhalten bleiben, ihre Finanzierung und ihr Konzept müssen jedoch konsequent weiterentwickelt werden.

Wirtschaftsförderung bleibt eine wichtige Aufgabe

Fachkräftemangel, Digitalisierung, technologische Veränderungen und die Transformation der Wirtschaft stellen insbesondere kleine und mittelständische Unternehmen vor große Herausforderungen. Gerade im ländlichen Raum ist es deshalb wichtig, Gründungen zu unterstützen, Unternehmen miteinander zu vernetzen und den Austausch zwischen Wirtschaft, Wissenschaft und Bildung zu fördern.

Hier setzt die Ideenfabrik Nachhaltige Wirtschaft an. Sie bietet Raum für junge Unternehmen, unterstützt Existenzgründungen, fördert Innovationen und ermöglicht Wissenstransfer und Zusammenarbeit.

Derzeit nutzen 22 Unternehmen die Angebote der Ideenfabrik. Hinzu kommen elf ehemalige Nutzer. Bereits heute gibt es Unternehmen, die im Umfeld der Ideenfabrik gegründet oder begleitet wurden und inzwischen zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen haben oder weiter expandieren.

Ein weiterer wichtiger Aspekt: Die Ideenfabrik wurde erst im November 2023 eröffnet. Damit befindet sich das Projekt nach weniger als drei Jahren noch in einer vergleichsweise frühen Entwicklungsphase. In den Aufbau sind bereits erhebliche Fördermittel geflossen.

Für die CDU-Kreistagsfraktion war dies ein wesentliches Argument, die bereits geschaffenen Strukturen, Netzwerke und Entwicklungsmöglichkeiten nicht vorschnell aufzugeben.

CDU hat weitere Einsparungen und Verbesserungen angestoßen

Die Entscheidung zur Fortführung war allerdings keineswegs selbstverständlich. Angesichts der angespannten Haushaltslage des Kreises und seiner Städte und Gemeinden hatte die CDU-Fraktion bereits frühzeitig deutlich gemacht, dass eine Fortsetzung zu den ursprünglich vorgesehenen finanziellen Bedingungen nicht infrage kommt.

Auch die Kommunen hatten über ihre Kämmerer erhebliche Bedenken hinsichtlich des hohen Zuschussbedarfs geäußert. Diese Kritik nahm die CDU-Kreistagsfraktion sehr ernst.

In den Beratungen des zuständigen Wirtschaftsausschusses drängte die Fraktion deshalb darauf, die Kostenstruktur, zusätzliche Finanzierungsmöglichkeiten, das inhaltliche Konzept und mögliche Alternativstandorte erneut zu überprüfen.

Die Kreisverwaltung griff diese Anregungen auf und legte mehrere überarbeitete Berechnungen und Ergänzungen vor. Insbesondere das neu aufgestellte Team der Wirtschaftsförderung beschäftigte sich intensiv mit weiteren Einsparmöglichkeiten und zusätzlichen Einnahmequellen.

Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Der ursprünglich für das Jahr 2027 ausgewiesene Finanzierungsbedarf von 192.719 Euro wurde auf 122.926 Euro reduziert. Das entspricht einer Verbesserung um knapp 70.000 Euro jährlich.

Zu den Maßnahmen gehören insbesondere:

  • zusätzliche Sponsoringeinnahmen von jährlich 30.000 Euro,
  • eine mit dem Vermieter ausgehandelte Mietreduzierung um 7.200 Euro pro Jahr,
  • zusätzliche Einnahmen durch die geplante Gründungs- und Transferakademie,
  • weitere wirtschaftliche Optimierungen innerhalb des Betriebs.

Auf Anregung der CDU-Fraktion überprüfte die Verwaltung außerdem das allgemeine Budget der Wirtschaftsförderung erneut. Dabei wurden zusätzliche Einsparmöglichkeiten von jährlich 55.000 Euro für die Haushaltsjahre 2027 und 2028 identifiziert.

Diese Einsparungen betreffen andere Ansätze der Wirtschaftsförderung und sind daher nicht unmittelbar mit dem Finanzierungsbedarf der Ideenfabrik gleichzusetzen. Sie leisten aber einen zusätzlichen Beitrag zur Entlastung des Kreishaushalts.

Fortführung zunächst bis Ende 2029

Trotz der deutlichen Verbesserungen wollte die CDU-Kreistagsfraktion dem ursprünglichen Verwaltungsvorschlag nicht unverändert zustimmen.

Während die Verwaltung eine verbindliche Fortführung bis Ende 2030 vorgesehen hatte, setzte sich die CDU für eine zunächst kürzere Laufzeit ein.

Der Kreistag hat nun beschlossen, die Ideenfabrik bis zum 31. Dezember 2029 fortzuführen. Eine Verlängerungsoption bis Ende 2030 bleibt bestehen.

Damit erhält die Ideenfabrik Planungssicherheit für die kommenden Jahre. Zugleich bleibt die Möglichkeit erhalten, die weitere Entwicklung rechtzeitig zu bewerten und über die Inanspruchnahme der Verlängerungsoption zu entscheiden.

Günstigere Räumlichkeiten als wichtige Zukunftsaufgabe

Ein weiterer zentraler Punkt des CDU-Beschlussvorschlags betrifft den Standort der Ideenfabrik.

Die derzeitige Unterbringung in der Alten Tuchfabrik verursacht erhebliche Kosten. Allein für Mieten und Pachten sind im Jahr 2027 nach der überarbeiteten Kalkulation rund 90.500 Euro vorgesehen.

Aus Sicht der CDU-Kreistagsfraktion muss deshalb frühzeitig nach wirtschaftlicheren Alternativen gesucht werden.

Der Kreistag hat die Verwaltung beauftragt, für die Zeit ab 2030 eine günstigere räumliche Lösung zu entwickeln. Dabei sollen vorrangig geeignete kreiseigene Räumlichkeiten geprüft werden.

Eine interessante Perspektive bietet aus Sicht der CDU-Fraktion insbesondere die geplante Zukunftswerkstatt des BZE.

Dort könnten sich künftig verschiedene Angebote aus den Bereichen berufliche Bildung, Ausbildung, Weiterbildung, Innovation, Gründungsförderung und Wirtschaftsförderung sinnvoll ergänzen. Auch gemeinsame Infrastruktur und räumliche Synergien könnten dazu beitragen, Kosten zu reduzieren.

Der Beschluss legt noch keinen neuen Standort fest. Er stellt jedoch sicher, dass die Möglichkeiten einer Unterbringung in der neuen Zukunftswerkstatt ausdrücklich in die weiteren Prüfungen einbezogen werden.

Konzept weiterentwickeln und Zuschussbedarf reduzieren

Neben der Finanzierung und dem Standort geht es der CDU-Kreistagsfraktion ausdrücklich auch um die inhaltliche Zukunft der Ideenfabrik.

Mit der geplanten Gründungs- und Transferakademie hat die Verwaltung bereits einen Ansatz entwickelt, um das Angebot für Gründerinnen und Gründer sowie bestehende Unternehmen weiter auszubauen.

Vorgesehen sind unter anderem Beratungs- und Qualifizierungsangebote zu Finanzierung, Unternehmensgründung, Digitalisierung, künstlicher Intelligenz, Automatisierung und Innovation. Während niedrigschwellige Angebote weiterhin kostenfrei zugänglich bleiben sollen, können vertiefende Seminare zusätzliche Einnahmen ermöglichen.

Die CDU-Fraktion sieht darin eine Entwicklungsperspektive, die nun konsequent weiterverfolgt werden soll.

Deshalb wurde auf ihren Antrag hin zusätzlich beschlossen, die Verwaltung mit einer weiteren konzeptionellen und wirtschaftlichen Prüfung zu beauftragen.

Dabei sollen insbesondere Möglichkeiten untersucht werden, den Zuschussbedarf des Kreises weiter zu senken. Langfristig soll auch geprüft werden, inwieweit ein möglichst eigenwirtschaftlicher Betrieb mit geringeren oder gegebenenfalls ganz ohne Zuschüsse des Kreises erreicht werden kann.

Dabei ist der CDU-Fraktion bewusst, dass Wirtschaftsförderung eine öffentliche Aufgabe ist und nicht jedes Angebot kostendeckend betrieben werden kann. Umso wichtiger ist es, vorhandene Einnahmepotenziale auszuschöpfen, private Partner einzubinden und die Wirtschaftlichkeit regelmäßig zu überprüfen.

Ein Ergebnis intensiver Beratungen

Der jetzt gefasste Beschluss ist das Ergebnis zahlreicher Beratungen zwischen Kreisverwaltung und Politik.

Die CDU-Kreistagsfraktion hatte bereits frühzeitig deutlich gemacht, dass sie die Ideenfabrik grundsätzlich unterstützt, eine Fortführung aber nur mit nachvollziehbaren wirtschaftlichen Verbesserungen mittragen möchte.

Die zwischenzeitlich vorgelegten Verwaltungsergänzungen und der nun beschlossene CDU-Antrag zeigen, dass die intensiven Beratungen zu konkreten Veränderungen geführt haben.

Dabei war es der Fraktion auch wichtig, die kritischen Hinweise der Städte und Gemeinden nicht zu übergehen. Gerade angesichts der hohen finanziellen Belastungen der Kommunen müssen zusätzliche Ausgaben des Kreises besonders sorgfältig geprüft und begründet werden.

Mit der deutlichen Reduzierung des Finanzierungsbedarfs, der zunächst bis Ende 2029 begrenzten Laufzeit, dem Prüfauftrag für günstigere Räumlichkeiten und der konsequenten Weiterentwicklung des Konzepts sieht die CDU-Kreistagsfraktion hierfür nun eine tragfähige Grundlage.

Perspektive für Innovation und Mittelstand

Mit dem Kreistagsbeschluss erhält die Ideenfabrik die Möglichkeit, ihre bisherige Arbeit fortzusetzen und sich zugleich neu aufzustellen.

Für die CDU-Kreistagsfraktion ist dabei klar: Wirtschaftsförderung muss einen erkennbaren Nutzen für die Unternehmen und die wirtschaftliche Entwicklung im Kreis Euskirchen haben. Gleichzeitig muss sie verantwortungsvoll mit öffentlichen Mitteln umgehen.

Unser Fraktionsvorsitzender Jochen Kupp betont: „Wir wollen die Ideenfabrik nicht einfach fortführen, sondern sie weiterentwickeln. Mit unserem Beschluss schaffen wir dafür eine Perspektive und verbinden sie mit klaren Anforderungen an die Wirtschaftlichkeit.“

Die CDU-Kreistagsfraktion wird diesen Prozess auch in den kommenden Jahren begleiten und insbesondere die Entwicklung der Kosten, die Nutzung der Angebote, die Gewinnung zusätzlicher Einnahmen und die Suche nach einem wirtschaftlicheren Standort im Blick behalten.

 

Die Sitzungsunterlagen zu dieser Thematik gibt es hier.

 

MK