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Bericht aus dem Ausschuss für Planung, Nachhaltigkeit und Mobilität2026-09-16

Besser vernetzt durch die Nationalparkregion

 

Besser vernetzt durch die Nationalparkregion

CDU unterstützt neues ÖPNV-Konzept für Gäste und Menschen vor Ort

 

Die Nationalparkregion Eifel gehört mit rund 1,4 Millionen Besuchen jährlich zu den bedeutenden touristischen Zielen in Nordrhein-Westfalen. Viele Gäste reisen bislang mit dem eigenen Auto an. Wer dagegen Bus und Bahn nutzen möchte, muss teilweise lange Fahrtzeiten, mehrere Umstiege und wenig aufeinander abgestimmte Verbindungen in Kauf nehmen.

Das soll sich ändern. Eine gemeinsam vom Kreis Euskirchen, dem Kreis Düren und der StädteRegion Aachen in Auftrag gegebene Machbarkeitsstudie zeigt, wie der touristische Nahverkehr in der gesamten Nationalparkregion deutlich besser miteinander vernetzt werden kann. Die CDU-Kreistagsfraktion unterstützt das daraus entwickelte Linienkonzept „Gemünder Stern modifiziert“ und dessen geplante Umsetzung ab der Freizeitsaison 2027.

„Die Nationalparkregion endet nicht an Kreis- oder Gemeindegrenzen. Deshalb ist es richtig, auch bei der Mobilität über diese Grenzen hinweg zu denken. Wenn wir unseren Gästen eine echte Alternative zum Auto anbieten wollen, müssen die Verbindungen einfach, verständlich und zuverlässig sein. Genau hier setzt das neue Konzept an“, erklärt der CDU-Fraktionsvorsitzende Jochen Kupp.

Vorhandene Angebote besser miteinander verbinden

Aus Sicht der CDU liegt eine besondere Stärke des Konzeptes darin, dass nicht einfach zusätzliche Buslinien geschaffen werden. Stattdessen sollen bestehende Verbindungen neu geordnet, besser aufeinander abgestimmt und gezielt dort ergänzt werden, wo heute noch Lücken bestehen.

Ein zentraler Knotenpunkt wird dabei Gemünd. Von dort sollen wichtige touristische Ziele in der Nationalparkregion besser und mit deutlich kürzeren Reisezeiten erreichbar werden. Auch die Bahnhöfe Kall und Heimbach werden stärker in das Gesamtsystem eingebunden.

Geplant ist unter anderem eine neue Verbindung von Vogelsang über Gemünd und den Wilden Kermeter nach Heimbach. Damit werden erstmals wichtige touristische Ziele entlang dieser Strecke durchgehend miteinander verbunden. Gleichzeitig entstehen in Heimbach gute Anschlüsse an die Rurtalbahn in Richtung Düren.

Auch die Linie 231 zwischen Kall, Gemünd, dem Wilden Kermeter und Heimbach wird in das neue Konzept eingebunden. Gemeinsam mit weiteren Linien entsteht auf wichtigen Abschnitten ein regelmäßiges und leichter verständliches Angebot.

Deutlich kürzere Reisezeiten

Welche Verbesserungen dadurch möglich werden, zeigen die in der Machbarkeitsstudie errechneten Reisezeiten. Für die Strecke von Kall nach Heimbach soll sich die Fahrtzeit beispielsweise von heute 69 Minuten auf 36 Minuten nahezu halbieren. In der Gegenrichtung reduziert sie sich von 72 auf 38 Minuten.

Noch deutlicher wird der Effekt bei der Verbindung zwischen Heimbach und Monschau. Hier sind heute je nach Verbindung zwischen 2 Stunden und 39 Minuten und mehr als drei Stunden einzuplanen. Künftig soll die Fahrt nur noch etwa 1 Stunde und 24 Minuten bis 1 Stunde und 41 Minuten dauern.

Gerade für Wanderer entstehen dadurch neue Möglichkeiten. Ausgangs- und Endpunkte einer Tour müssen nicht mehr identisch sein. Ziele wie Vogelsang, Gemünd, der Wilde Kermeter, Heimbach, Höfen oder der Rursee lassen sich deutlich besser miteinander kombinieren.

Bessere Verbindung zwischen Schleidener Tal und Monschau

Eine weitere wichtige Verbesserung betrifft den südlichen Teil der Nationalparkregion. Die Schnellbuslinie SB81 soll an ausgewählten Fahrten über Hellenthal, Wahlerscheid und Höfen bis nach Monschau verlängert werden.

Damit entsteht eine deutlich bessere Verbindung zwischen dem Schleidener Tal und Monschau. Dass hierfür Nachfrage besteht, zeigt bereits das heutige Angebot. Die bislang sehr eingeschränkte sonntägliche Verbindung nach Monschau wird nach Angaben der Verwaltung gut angenommen und erreicht an Spitzentagen bis zu 121 Fahrgäste.

„Für uns ist wichtig, dass von diesem Konzept nicht nur der Tourismus profitiert. Eine bessere Vernetzung stärkt zugleich unsere Orte und die gesamte Region. Tourismus ist für die Eifel ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Gute Erreichbarkeit gehört deshalb zur Infrastruktur einer erfolgreichen Tourismusregion“, so Kupp.

Mehr Angebot mit Augenmaß

Für die CDU ist zugleich entscheidend, dass Verbesserungen im ÖPNV angesichts der angespannten Haushaltslage finanzierbar bleiben. Genau darauf wurde bei der Entwicklung der nun vorgeschlagenen Variante geachtet.

Statt flächendeckend neue Verkehrsleistungen aufzubauen, werden vorhandene Angebote neu miteinander verzahnt und nur gezielt ergänzt. Auf dem Gebiet des Kreises Euskirchen geht die Verwaltung von rund 8.500 zusätzlichen Buskilometern pro Jahr aus. Die daraus resultierende Mehrbelastung für den Kreis wird derzeit auf rund 30.000 Euro jährlich geschätzt.

Das saisonale Angebot soll von Karfreitag bis Allerheiligen jeweils samstags, sonntags und an Feiertagen gelten. An Werktagen sowie außerhalb der Saison kann das bestehende Angebot weitgehend unverändert fortgeführt werden.

„Wir müssen gerade in der jetzigen finanziellen Situation sehr genau darauf achten, wo zusätzliches Geld eingesetzt wird. Hier bekommen wir mit einer vergleichsweise moderaten Mehrbelastung eine spürbare Verbesserung der Verbindungen in der gesamten Nationalparkregion. Das ist aus unserer Sicht ein vernünftiger und verantwortbarer Ansatz“, betont Kupp.

Gemeinsam über Kreisgrenzen hinweg

Für die CDU ist das Projekt zugleich ein gutes Beispiel dafür, wie regionale Zusammenarbeit funktionieren kann. Kreis Euskirchen, Kreis Düren und StädteRegion Aachen haben die Untersuchung gemeinsam auf den Weg gebracht. Auch die betroffenen Verkehrsunternehmen waren an der Entwicklung des Konzeptes beteiligt.

Die vollständige Umsetzung setzt nun voraus, dass auch die anderen beteiligten ÖPNV-Aufgabenträger zustimmen. In der StädteRegion Aachen laufen die politischen Beratungen parallel. Der Kreis Düren will sich im November mit dem Konzept befassen.

Die CDU-Kreistagsfraktion unterstützt die geplante Umsetzung ab der Freizeitsaison 2027. Entscheidend wird anschließend sein, das neue Angebot verständlich zu kommunizieren und gemeinsam mit den touristischen Akteuren der Region bekannt zu machen.

Denn ein gutes Busangebot hilft nur dann, wenn Gäste und Einheimische wissen, welche Verbindungen bestehen und wie einfach sie genutzt werden können. Das neue Konzept bietet dafür eine gute Grundlage und die Chance, Nationalpark, Eifelorte und touristische Ziele noch stärker zu einer gemeinsamen Region zu verbinden.


Die Sitzungsunterlagen aus dem Ausschuss zu diesem Thema finden Sie hier.




MK