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Bericht aus dem Ausschuss für Gesundheit und Bevölkerungsschutz2026-09-17

Hitze, Waldbrände und Bevölkerungsschutz: Vorsorge konsequent weiterentwickeln

Hitze, Waldbrände und Bevölkerungsschutz: Vorsorge konsequent weiterentwickeln

Hitzeperioden, Vegetationsbrände und Extremwetterlagen stellen auch den Kreis Euskirchen vor wachsende Herausforderungen. Wie konkret diese inzwischen sind und wie gut der Kreis darauf vorbereitet ist, stand im Mittelpunkt der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Gesundheit und Bevölkerungsschutz. Auf Antrag von CDU und SPD legte die Kreisverwaltung ein umfassendes Lagebild zum Sommer 2026 sowie zum aktuellen Stand der Hitze- und Waldbrandvorsorge vor.

Bereits 2024 hatte der Kreistag die Erstellung einer kreisweiten Hitzeaktionsplanung beschlossen. Inzwischen liegt eine erste Fassung des Hitzeaktionsplans vor. Er soll als dynamisches Konzept regelmäßig an neue Erkenntnisse und Entwicklungen angepasst werden. Zu den bereits umgesetzten Maßnahmen gehören unter anderem ein Hitze-Info-Portal, zielgruppenspezifische Informationsangebote, sogenannte Hitzewarner sowie Informationsveranstaltungen und Schulungen in sozialen und öffentlichen Einrichtungen.

Für die CDU-Fraktion ist dabei neben den staatlichen und kommunalen Schutzmaßnahmen insbesondere die Gesundheitskompetenz der Bürgerinnen und Bürger von Bedeutung. Gerade ältere Menschen, Kinder, Schwangere, Pflegebedürftige und Menschen mit Vorerkrankungen sind bei länger anhaltender Hitze besonders gefährdet. Information und Prävention können deshalb einen wichtigen Beitrag dazu leisten, gesundheitliche Folgen frühzeitig zu vermeiden.

Dass Hitze längst auch im Kreis Euskirchen konkrete Auswirkungen auf das Gesundheitssystem hat, zeigte der Sommer 2026. Während der Hitzewelle Ende Juni verzeichneten sowohl das Marien-Hospital Euskirchen als auch das Kreiskrankenhaus Mechernich ein deutlich erhöhtes Patientenaufkommen in den Notaufnahmen. Behandelt wurden unter anderem hitzebedingte Erkrankungen sowie Patientinnen und Patienten, deren Vorerkrankungen sich infolge der hohen Temperaturen verschlechtert hatten.

162 Vegetations- und Waldbrände bis Ende August

Ein zweiter Schwerpunkt des Antrags der CDU- und SPD-Fraktion war die Wald- und Vegetationsbrandvorsorge. Die von der Verwaltung vorgelegten Zahlen machen deutlich, warum dieses Thema verstärkt in den Blick genommen werden muss: Zwischen Januar und Ende August 2026 wurden im Kreis Euskirchen insgesamt 162 Wald-, Flächen- und Vegetationsbrände registriert. Allein 90 Einsätze entfielen auf die Monate Juli und August. Insgesamt wurden dabei 1.351 Einsatzmittel alarmiert. Hinzu kamen überörtliche Unterstützungseinsätze, unter anderem beim großen Waldbrand im Bereich Düren-Hürtgenwald.

Aus den Einsätzen ergeben sich konkrete Anforderungen für die weitere Vorsorge. Eine zuverlässige Wasserversorgung über lange Wegstrecken, geländegängige Fahrzeuge, geeignete persönliche Schutzausrüstung, Drohnen und Luftaufklärung sowie eine gute Zusammenarbeit von Feuerwehren, Katastrophenschutz, Forst, Landwirtschaft, THW und Kommunen werden zunehmend wichtiger. Auch gemeinsame Übungen und eine frühzeitige Information der Bevölkerung gehören zu einer funktionierenden Vorbereitung.

„Der Sommer 2026 hat uns sehr deutlich gezeigt, dass Hitze und Vegetationsbrände keine abstrakten Szenarien sind. Uns war deshalb wichtig, nach diesem Sommer genau hinzuschauen: Was hat funktioniert, wo müssen wir nachsteuern und was brauchen unsere Einsatzkräfte, um auch bei größeren und länger andauernden Lagen handlungsfähig zu bleiben? Vorsorge bedeutet für uns, aus realen Einsätzen und Übungen zu lernen und die vorhandenen Strukturen konsequent weiterzuentwickeln“, erklärt Karsten Stickeler, unser Sprecher im Ausschuss für Gesundheit und Bevölkerungsschutz.

Das kreisweite Konzept zur Wald- und Vegetationsbrandbekämpfung befindet sich bereits in der Umsetzung. Vorgesehen sind verschiedene Module für Brandbekämpfung, Wasserversorgung und Wassertransport. Ein spezieller Abrollbehälter für Wald- und Vegetationsbrände soll nach Angaben der Verwaltung in Kürze ausgeliefert werden. Die im Mai durchgeführte kreisweite Großübung hat zudem gezeigt, an welchen Stellen bei Ausbildung, Kommunikation und dem Zusammenspiel der verschiedenen Einheiten weiter nachgesteuert werden muss.

Neue Abrollbehälter für Trink- und Löschwasser

Passend zu diesen Erkenntnissen wurde in der Sitzung auch die Beschaffung von drei weiteren Abrollbehältern zur Trink- und Löschwasserversorgung beraten. Sie erweitern die Möglichkeiten des Kreises, größere Wassermengen zu transportieren und beispielsweise bei Wald- und Flächenbränden auch dort Löschwasser bereitzustellen, wo keine ausreichende Infrastruktur vorhanden ist. Gleichzeitig können die Behälter zur Trinkwasserversorgung der Bevölkerung in entsprechenden Krisenlagen eingesetzt werden.

Elf neue Hochwasserboote

Auch die Hochwasservorsorge bleibt ein wichtiger Bestandteil des Bevölkerungsschutzes. Vorgesehen ist die Neubeschaffung von elf Hochwasserbooten. Damit sollen die Einsatzmöglichkeiten bei Überflutungen gestärkt und insbesondere die Rettung und Bergung von Menschen in Hochwasserlagen verbessert werden.

Die Erfahrungen der Flutkatastrophe von 2021 haben gezeigt, welche Bedeutung geeignete und dezentral verfügbare Einsatzmittel in solchen Situationen haben. Die neuen Boote sind daher ein weiterer Baustein, um die Strukturen des Bevölkerungsschutzes im Kreisgebiet weiterzuentwickeln.

Telenotarzt wird ausgeweitet

Ein weiterer Schwerpunkt der Sitzung lag auf der medizinischen Notfallversorgung. Der Betrieb des Telenotarztes soll auf alle vorhandenen Rettungswagen des Kreises ausgeweitet werden. Über eine sichere digitale Verbindung können die Rettungskräfte vor Ort bei Bedarf unmittelbar einen Telenotarzt hinzuschalten und medizinische Unterstützung erhalten.

Damit wird die bereits bestehende telemedizinische Unterstützung im Rettungsdienst weiter ausgebaut. Der Telenotarzt ersetzt dabei nicht den Notarzt vor Ort, kann aber in geeigneten Einsatzsituationen eine schnelle ärztliche Einschätzung ermöglichen und das Rettungsdienstpersonal unterstützen.

Für die CDU-Fraktion zeigen die Beratungen im Ausschuss, wie eng Gesundheitsvorsorge und Bevölkerungsschutz inzwischen miteinander verbunden sind. Die Erfahrungen aus Hitzeperioden, Wald- und Vegetationsbränden sowie Hochwasserlagen müssen regelmäßig ausgewertet werden, damit Konzepte, Ausstattung und Ausbildung Schritt halten können. Genau darauf zielte auch der gemeinsame Antrag zum Lagebild des Sommers 2026: Bestehende Strukturen nicht grundsätzlich infrage zu stellen, sondern anhand konkreter Erfahrungen zu überprüfen, was sich bewährt hat und an welchen Stellen weiterer Handlungsbedarf besteht.


Hier finden Sie unseren Antrag sowie alle weiteren Unterlagen zu der Ausschusssitzung.




DS