Berufsorientierung für junge Menschen mit Unterstützungsbedarf stärken - Erfolgreiche Projekte im Kreis Euskirchen
Individuelle Perspektiven schaffen und Fachkräfte von morgen fördern
Der Übergang von der Schule in Ausbildung und Beruf ist für junge Menschen eine entscheidende Lebensphase. Für Schülerinnen und Schüler mit Unterstützungsbedarf stellt dieser Schritt häufig eine besondere Herausforderung dar. Umso wichtiger sind gezielte Angebote, die Orientierung geben, individuelle Stärken fördern und den Kontakt zur Arbeitswelt ermöglichen.
Im Kreis Euskirchen werden im Rahmen des Landesprogramms „Kein Abschluss ohne Anschluss“ (KAoA) deshalb besondere Schwerpunkte auf die inklusive Berufsorientierung gelegt. Zwei Projekte zeigen beispielhaft, wie jungen Menschen mit unterschiedlichen Förderbedarfen konkrete Perspektiven eröffnet werden können: die Berufswahlmesse „Finde den Job, der zu DIR passt!“ sowie das Projekt „Schau rein ins Handwerk – Förderschüler im BZE“.
Berufswahlmesse bietet Orientierung und direkte Kontakte
Am 20. Mai 2026 fand bereits zum zweiten Mal die Berufswahlmesse „Finde den Job, der zu DIR passt!“ statt. Die Veranstaltung richtet sich insbesondere an Schülerinnen und Schüler der Förderschulen mit den Schwerpunkten geistige Entwicklung sowie körperlich-motorische Entwicklung und an Jugendliche im Gemeinsamen Lernen.
Ziel der Messe ist es, jungen Menschen, ihren Eltern und den betreuenden Fachkräften einen umfassenden Überblick über Ausbildungs-, Beschäftigungs- und Unterstützungsangebote in der Region zu geben. Dabei stehen nicht nur berufliche Möglichkeiten im Mittelpunkt, sondern auch individuelle Unterstützungsangebote für einen erfolgreichen Übergang in das Arbeitsleben.
Die Veranstaltung wird von einem starken Netzwerk getragen. Neben den Förderschulen engagieren sich die Agentur für Arbeit Brühl, der Integrationsfachdienst, das LVR-Inklusionsamt sowie zahlreiche regionale Unternehmen und Bildungsträger. Die Messe schafft damit eine Plattform, auf der Jugendliche direkt mit potenziellen Arbeitgebern und Beratungsstellen ins Gespräch kommen können.
Gerade für junge Menschen mit Unterstützungsbedarf sind persönliche Begegnungen und praktische Einblicke häufig entscheidend, um eigene Interessen und Fähigkeiten zu entdecken und Vertrauen in die eigenen Möglichkeiten zu entwickeln.
Handwerk praktisch erleben
Ein weiterer wichtiger Baustein der inklusiven Berufsorientierung ist das Projekt „Schau rein ins Handwerk – Förderschüler im BZE“.
Seit dem Schuljahr 2022/23 arbeiten die Kommunale Koordinierungsstelle und die Matthias-Hagen-Schule erfolgreich zusammen. Seit dem Schuljahr 2023/24 beteiligt sich zudem die Stephanusschule an dem Projekt.
In Kooperation mit dem Verein ANTalive e.V. als zdi-Zentrum („Zukunft durch Innovation NRW“) für die Städteregion Aachen sowie die Kreise Düren und Euskirchen und dem Berufsbildungszentrum Euskirchen (BZE) erhalten Schülerinnen und Schüler der Förderschwerpunkte Lernen sowie Emotionale und Soziale Entwicklung die Möglichkeit, handwerkliche Berufe praxisnah kennenzulernen.
Im Mittelpunkt stehen nicht theoretische Informationen, sondern das eigene Ausprobieren. Die Jugendlichen sammeln praktische Erfahrungen in unterschiedlichen Gewerken, lernen Werkzeuge und Arbeitsabläufe kennen und entdecken dabei oftmals Fähigkeiten, die im klassischen Unterricht weniger sichtbar werden.
Diese unmittelbaren Erfahrungen stärken nicht nur berufliche Interessen, sondern auch wichtige Schlüsselkompetenzen wie Teamfähigkeit, Verantwortungsbewusstsein, Ausdauer und Selbstvertrauen.
Berufsorientierung als wichtiger Beitrag zur Inklusion
Die Projekte im Kreis Euskirchen stehen beispielhaft für die Ziele des Landesprogramms „Kein Abschluss ohne Anschluss“ (KAoA). Nordrhein-Westfalen hat mit diesem Programm ein landesweit abgestimmtes Übergangssystem geschaffen, das Schülerinnen und Schüler frühzeitig bei der Berufsorientierung unterstützt und ihnen eine konkrete Anschlussperspektive nach dem Schulabschluss eröffnen soll.
Besonders für junge Menschen mit Behinderungen oder sonderpädagogischem Unterstützungsbedarf sind individuelle Begleitung und passgenaue Angebote von großer Bedeutung. Spezielle Programme innerhalb von KAoA ermöglichen es, den Übergang in Ausbildung und Arbeit auf die jeweiligen Bedürfnisse der Jugendlichen abzustimmen und unnötige Warteschleifen zu vermeiden.
Gleichzeitig leisten solche Angebote einen wichtigen Beitrag zur Fachkräftesicherung. Viele Betriebe suchen händeringend nach motivierten Nachwuchskräften. Projekte wie die Berufswahlmesse oder die praxisnahen Handwerksangebote schaffen frühzeitig Kontakte zwischen Jugendlichen und Unternehmen und eröffnen Chancen auf beiden Seiten.
CDU-Kreistagsfraktion begrüßt Engagement aller Beteiligten
Die CDU-Kreistagsfraktion Euskirchen begrüßt das große Engagement der Kommunalen Koordinierungsstelle, der Schulen, der Unternehmen sowie aller beteiligten Partner. Die erfolgreiche Zusammenarbeit zeigt, wie Inklusion in der Berufsorientierung konkret umgesetzt werden kann.
Jeder junge Mensch verdient die Chance, seine Fähigkeiten zu entdecken und einen passenden Weg in Ausbildung und Beruf zu finden. Die Projekte im Kreis Euskirchen leisten hierzu einen wichtigen Beitrag. Sie schaffen Perspektiven, stärken Selbstvertrauen und eröffnen Jugendlichen mit Unterstützungsbedarf die Möglichkeit, ihre Zukunft aktiv zu gestalten.
Damit sind sie nicht nur ein Gewinn für die betroffenen jungen Menschen und ihre Familien, sondern auch für die Unternehmen und die gesamte Region.
AZ