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Bericht aus dem Ausschuss für Soziales und Gesundheit

Heimaufsicht berichtet über Fachkräftemangel

von Günther Schulz

 

Der Landesgesetzgeber hat die örtliche Heimaufsicht verpflichtet, alle zwei Jahre einen Tätigkeitsbericht über ihre Arbeit zu erstellen, ihn zu veröffentlichen und den kommunalen Vertretungsgremien sowie den Aufsichtsbehörden zur Kenntnis zu geben. Auf diesem Hintergrund wurde ein entsprechender Bericht der Heimaufsicht im Kreise Euskirchen dem Sozial- und Gesundheitsausschuss als dem zuständigen Fachausschuss zur Beratung vorgelegt.

Integrierter Bestandteil sind u.a. Prüfergebnisse zu den personellen Ausstattungen der in Augenschein genommenen Einrichtungen. Dabei wurde u.a. festgestellt, dass einzelne Einrichtungen bzw. deren Wohnbereiche nicht mit einer ausreichenden Anzahl an Fachkräften bzw. Einrichtungen der Eingliederungshilfe nachts noch nicht einmal mit einer Fachkraft besetzt waren. Auch die Überforderung der Pflegekräfte durch Doppeldienste wird mehr und mehr zum Thema.

Der Bericht unterstützt die Erkenntnis, dass der Fachkräftemangel in unseren Einrichtungen angekommen ist. Nicht zuletzt aufgrund des demografischen Wandels kommt es zu einer Zunahme von älteren und damit pflegebedürftigen Menschen. Damit geht einher, dass der Bedarf an Pflegeleistungen kontinuierlich zunimmt. Um diesen pflegebedürftigen Menschen in ihrer Situation gerecht werden zu können, bedarf es im Rahmen eines modernen Pflegeleitbildes gut ausgebildeter und motivierter Pflegekräfte. Dieser Entwicklung stehen Prognosen entgegen, dass in den nächsten 15 Jahren über 400.000 Fachkräfte bundesweit in den Kliniken und über 66.000 Fachkräfte in ambulanten Diensten fehlen werden.

Was kann dagegen unternommen werden?

Nach einem Schulabschluss entscheiden sich bekanntlich Schülerinnen und Schüler aus persönlicher Interessenlage und Neigung für einen Ausbildungsberuf. Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, wie die Einstellung der Schüler gegenüber dem Berufsbild Pflege ist. Laut der Studie hängt die Entscheidungsfindung für Berufe von Eltern, Berufsberatern und Lehrern ab. Dabei wurde die Informationsbeschaffung über Pflegeberufe sowie deren Image als unzureichend eingeschätzt. Selbst das Pflegepersonal bewertet das Image des Berufes als nicht ausreichend. Es stelle somit keine ausreichende Motivation für Schulabgänger dar, den Beruf der Pflegefachkraft zu erlernen.

Über diese Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt will sich die CDU Kreistagsfraktion gemeinsam mit den Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen Gedanken über neue Anreizsysteme bezüglich der Qualifikation und Vergütung der Pflegefachkräfte machen. Zudem sollten unserer Meinung nach neue Arbeitszeitmodelle entwickelt werden, so dass auch das Pflegepersonal im höheren Alter im Beruf verbleiben kann.

Nähere Informationen über den Tätigkeitsbericht können Sie hier abrufen.