Flüchtlinge im Kreis Euskirchen

Drei Fragen an Manfred Poth zum Thema Flüchtlinge

           

 

1. Wie stellt sich die derzeitige Situation in unserem Kreis dar?

Der Kreis Euskirchen beherbergt derzeit nach dem Königssteiner Schlüssel ca. 1400 Flüchtlinge in unseren elf Städten und Gemeinden. Hinzu kommen aktuell zwei Notunterkünfte des Landes NRW, in denen ca. 320 Personen untergebracht sind. Am 1.10. nimmt eine weitere Notunterkunft in Euskirchen ihren Betrieb auf, die mit  ca. 300 Flüchtlinge vorübergehend belegt werden kann.

 

2. Wie beurteilen Sie die jüngsten Beschlüsse der Bundesregierung in ihren Auswirkungen auf die Situation vor Ort?

Die aktuellen Beschlüsse des Bundes gehen in die richtige Richtung. Erste Schritte sind damit getan, es müssen aber zwingend weitere Schritte folgen. Vor allem muss alles daran gesetzt werden, dass die Asyl-Verfahren beschleunigtwerden. Wichtig ist aber auch, dass nach einer Entscheidung zeitnah die Konsequenzen daraus gezogen werden. Bei den Kriegsflüchtlingen dürfte kein Zweifel daran bestehen, dass sie für längere Zeit in unserem Land bleiben. Hierfür müssen auf der Bundesebene die notwendigen finanziellen Rahmenbedingungen durch Übernahme der Kosten durch den Bund geschaffen werden. Wichtig scheint mir aber auch zu sein, dass parallel dazu die Ursachen der Flucht bekämpft  und Verbesserungen in den Herkunftsländern organisiert werden. Hier ist neben dem Bund insbesondere die EU gefordert.

 

3. Wo legen Sie im Falle Ihrer Wahl als Landrat Ihre Schwerpunkte bei der Integration der Flüchtlinge, die aus anerkannten Krisengebieten kommen und damit wohl einige Zeit in unserem Kreis verbringen werden?

Wir können nicht früh genug mit der Integrationsarbeit beginnen. Insbesondere müssen wir die Sprachbarrieren beseitigen. Hier setze ich sowohl auf ein großartiges ehrenamtliches Engagement in unserem Kreis wie auch auf unterstützende hauptamtliche Unterstützung zum Beispiel durch  qualifizierte Deutschkurse unserer VHS. Ziel muss dabei sein, diese Menschen so schnell wie möglich für die Bereiche Bildung, Ausbildung und Arbeitsmarkt fit zu machen.. Hier muss Pragmatismus an den Tag gelegt werden. Wir haben in den letzten Tagen die Altersgruppe der 18 - 21 jährigen Flüchtlinge analysiert. In einem nächsten Schritt werden wir abklären, welche Möglichkeiten für die genannten Bereiche im Einzelfall organisiert werden können. So werden wir im Rahmen einer Politik der kleinen Schritte die Situation gemeinsam meistern.

 

 

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