Bericht aus dem Ausschuss für Soziales und Gesundheit

03.03.2016

Pflegeplanung - Ein zentrales Thema der künftigen Sozialpolitik

von unserer Sachkundigen Bürgerin Frau Bianca Züll

                       


Prof. Dr. Hanjo Allinger vom Institut für empirische Wirtschafts- und Sozialforschung (NWISO) informierte die Mitglieder des Ausschusses für Soziales und Gesundheit in der Sitzung des Fachausschusses über die aktuelle und zukünftige Pflegesituation im Kreis Euskirchen anhand einer Pflegeplanung. Zu Beginn gab er auf der Basis einer Bestandsaufnahme einen Ausblick auf den Pflegebedarf im gesamten Kreisgebiet. Desweiteren erörterte Prof. Dr. Allinger die Frage, zu welchen Schwierigkeiten der demographische Wandel im Pflegesektor führt. Er erwähnte dabei, dass die Lebenserwartung sich nach hinten verschiebe und das Lebensalter der Bevölkerung über 75 Jahren steigen werde. Dies zeige sich im Kreisgebiet sehr unterschiedlich je nach Gemeinde/Stadt. In diesem Zusammenhang wurde jedoch deutlich, dass " älter" nicht automatisch "kränker" bedeutet. 

Das ambulante Pflegeangebot im Kreis wird aktuell von 37 Pflegediensten geleistet. In der Disskussion wurde deutlich, dass die Zahl der ambulanten Angebote schneller steigen muss als die Zahl der älteren Menschen, wenn das Ziel „Ambulante vor stationärer Pflege“ auch künftig umgesetzt werden soll,.

Die stationäre Versorgungsdichte im Kreis Euskirchen ist höchst unterschiedlich. In Blankenheim kommen 23 Betten auf 100 Einwohner, hingegen in Kall nur 2, Euskirchen liegt mit 9 Betten auf 100 Einwohner im Mittelfeld. Die aktuelle Bedarfsrechnung ergab, dass im Kreis Euskirchen Stand Dezember 2015 2466 stationäre Betten vorhanden sind. Das wären 350 Betten mehr als aktuell benötigt.

Die Folgen eines verbindlichen Bedarfsplanes im Pflegesektor im Kreis Euskirchen wären laut Prof. Dr. Allinger geringere Investitionen, die Qualität würde mangels Wettbewerb leiden, die Bausubstanzen veralten und der Pflegestandard würde sinken im Vergleich zu den Nachbarkreisen.

„Das kann nicht unsere Zielsetzung sein“, erklärte die sozialpolitische Sprecherin der CDU-Kreistagsfraktion, Frau Ute Stolz. „Wir haben in unserem Kreis im Bereich Pflege ein funktionierendes, vernetztes System und sollten alles dafür tun, die damit verbundenen Standards zumindest halten zu können.“

Nach ausführlicher Diskussion beschlossen die Ausschussmitglieder einstimmig, dem Kreistag zu empfehlen, von einer verbindlichen Bedarfsplanung gemäß § 7 Abs. 6 Alten- und Pflegegesetz NRW (APG NRW) abzusehen. 


 

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