Bericht aus dem Ausschuss für Soziales und Gesundheit

19.11.2016

Informationen zur Einrichtung sog. "Integration Points"

von Günther Schulz

                                     

Integration Point“ ist die zentrale Anlaufstelle für Flüchtlinge, in der aus einer Hand Hilfen für die berufliche Integration und die Sicherung des Lebensunterhalts angeboten werden.

Bei der Sitzung des Ausschusses „ Soziales und Gesundheit“ am Donnerstag, 19. November 2015, gab der Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit in Brühl, Johannes Klapper,  einen Einblick in seine Arbeit.

Asylbewerber, die auf der Suche nach einem Arbeitsplatz sind, sollen gezielte Unterstützung bekommen. Bundesweit hat die Zentrale der Agentur für Arbeit rund 50 Millionen Euro aus der diesjährigen Haushaltsreserve für diese Zwecke entnommen. Auf die Agenturen für Arbeit in Nordrhein-Westfalen entfallen etwa 10,6 Millionen Euro, die Agentur für Arbeit in Brühl, die für den Rhein-Erft-Kreis und für den Kreis Euskirchen zuständig ist, bekommt fast 430.000 Euro. „Die Mittel werden nach dem sogenannten Königsteiner Schlüssel verteilt, nach denen auch die Asylsuchenden auf die Länder und Städte aufgeteilt werden“. Allerdings können laut  Klapper nur Asylbewerber unterstützt werden, die eine Chance auf einen längeren Aufenthalt in Deutschland haben. Die 430.Â…000 Euro, die die Agentur erhält, sind zusätzliches Geld für die Unterstützung der Flüchtlinge. Das bedeutet, dass für die anderen Kunden die gleichen Leistungen wie bisher zur Verfügung stehen.

„ Wir stehen in den Startlöchern, um die Flüchtlinge in den Arbeitsmarkt zu integrieren“, sagt Klapper. Dazu sollen Maßnahmen angeboten werden, bei denen die Stärken und beruflichen Fähigkeiten der Teilnehmer festgestellt werden. Laut Klapper könnten beispielsweise bei Probeeinsätzen in Werkstätten Begabungen festgestellt werden oder bisherige berufliche Leistungen der Flüchtlinge nachvollzogen werden. Klapper: „Wenn beispielsweise jemand berichtet, er habe auf dem Bau gearbeitet und hat – verständlicherweise – keine Zeugnisse, Verträge oder Ähnliches bei sich, können die Fähigkeiten höchst unterschiedlich sein.“ In der Praxis könnte der Asylbewerber unter Beweis stellen, ob er Maurerarbeiten ausführen oder Fliesen legen kann, ob er sich mit Elektrik auskennt, oder aber planerisches Geschick habe. Eine weitere Hilfe, die mit dem zusätzlichen Geld der Bundesagentur finanziert werden soll, sind Übersetzungen von Dokumenten, Anerkennung von Zeugnissen, Erstattung von Reisekosten und Bewerbungskosten. „Wir würden sicher auch einen ersten Satz Arbeitskleidung bezahlen“, sagte Klapper. Die Teilnahme an einer Einstiegsqualifizierung für jüngere Flüchtlinge sei ebenfalls eine Chance – quasi als Vorstufe zu einer Lehrstelle.
Sobald ein Asylbewerber einer Stadt im Kreis oder Euskirchen zugewiesen ist, kann dieser an einer Maßnahme durch die Agentur für Arbeit in Brühl teilnehmen oder die Leistungen für eine Arbeitsvermittlung in Anspruch nehmen.

Bei der Vermittlung von Arbeitskräften, die aus anderen Ländern stammen, gilt vor allem eins: „Deutsche Sprachkenntnisse sind das A und O“, so Klapper. Der Vorsitzende der Geschäftsführung geht davon aus, dass es bei der Zahlung von 430.Â…000 Euro nicht bleiben und auch im kommenden Jahr zusätzliches Geld für die Unterstützung der Flüchtlinge bereitgestellt wird.

Ergänzend hierzu bemerkte der Geschäftsführer - Jobcenter EU-aktiv-, Herr Josef Weingarten,

dass die schulische, berufliche und gesellschaftliche Integration von Flüchtlingen und Asylbewerbern eine gemeinsame Herausforderung sind. Eine frühzeitige Arbeitsmarkt-integration sei ein entscheidender Baustein zur gesellschaftlichen Integration. Wichtig ist, dass alle beteiligten Institutionen eng abgestimmt und im Idealfall an einem Ort zusammenarbeiten.
Der „Integration Point“ wird wohl im Januar 2016 seine Arbeit im Kreis Euskirchen aufnehmen können.
Zum Abschluss der Debatte gab der Allgemeine Vertreter des Landrates, Herr Manfred Poth, einen kurzen Überblick über die aktuelle Flüchtlingssituation im Kreis Euskirchen.

 

 

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