Bericht aus dem Aussschuss für Planung, Umwelt und Verkehr

08.06.2016

Alternative Antriebsformen im ÖPNV

von Hans-Josef Nolden

                                           
Aufgrund des gemeinsamen Antrags der CDU und SPD wurde der Geschäftsführer der RVK,  Herr Eugen Puderbach in den Ausschuss eingeladen, um über die wesentlichen Aspekte des Projektes „ Alternative Antriebsformen im ÖPNV“ zu referieren.

Er machte dabei deutlich, dass die im öffentlichen Linienverkehr des Kreises eingesetzten Diesel-Busse bei künftigen Neu- oder Ersatzbeschaffungen bis 2030 sukzessive durch Fahrzeuge, die mit dem umweltfreundlichen Kraftstoff „ Bio-Erdgas“ betankt werden, ersetzt werden.

Die RVK möchte in den nächsten Jahren zweigleisig fahren, d.h. im Kreis Euskirchen sollen mit Bio-Erdgas betriebene Busse fahren, in dem übrigen Verkehrsgebiet liegt der Focus weiterhin auf Brennstoffzellen-Hybridbusse mit Wasserstoff.

„Warum nun Bio-Erdgas?“ Diese Frage beantwortete Puderbach wie folgt:

  1. Der regenerative Kraftstoff ermöglicht einen nahezu emissionsfreien Nahverkehr, so dass die CO2-Emission um bis zu 80% gegenüber dem Diesel mit Euronorm 6 Motor, reduziert werden kann.
     
  2. Die regionale Wertschöpfungskette wird gestärkt und bedeutet somit keine Abhängigkeit von importierten Rohöl. Da im Kreisgebiet bereits eine Bio-Gasanlage zur Verfügung steht, sind die Bedingungen für den Einsatz von Erdgas-Busse prädestiniert.
     
  3. Für die Herstellung des Gases werden organische Abfälle, jedoch keine nahrungsmittelgeeignete Pflanzen verwendet. Allein das in Zülpich-Geich produzierte Biogas sei ausreichend um daraus 2,4 Mio. kg Bio-Erdgas aufzubereiten. Diese produzierte Menge würde genügen, um den gesamten Busverkehr im Kreis und in der Stadt Euskirchen auf Erdgasantrieb umzustellen.
    Durch eine entsprechende Tankstelleninfrastruktur und einer Umstellung der Betriebsorganisation sollte dies unverzüglich ermöglicht werden.

Einige Fragen der Ausschussmitglieder bezogen sich auf den gravierenden Unterschied der Bio-Erdgasbusse gegenüber E-Busse.

Herr Puderbach erläutert die Vorteile der Bio-Erdgasbusse gegenüber E-Busse, indem er darstellte, dass die Reichweite des Bio-Erdgasbus 350 km betrage, die eines E-Bus nur 120 km. Somit also ungeeignet für den Kreis Euskirchen.
Ein weiterer Nachteil der E-Busse sei die Tatsache, dass bei der Einschaltung der Klimaanlage im Sommer und der Heizung im Winter sich die Reichweite nochmals um 30 km reduziere.
Die RVK strebt in ihrem Gesamtkonzept eine vollständige Umstellung des straßengebundenen Nahverkehrs im Kreis Euskirchen unter Einbeziehung aller im Kreis tätigen privaten Omnibusunternehmer an.

Der Ausschuss beschloss am Ende der Beratungen, das Projekt „ Alternative Antriebsformen- Einsatz von Bio-Erdgas im Kreis Euskirchen“ der RVK zu unterstützen.

 

 

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