Bericht aus dem Ausschuss für Bildung und Inklusion

07.06.2016

Nutzung digitaler Medien im Schulunterricht

von Günther Schulz

                                          

Mit Beschluss vom 21.10.2015 hatte der Kreistag die Verwaltung beauftragt, alle weiterführenden Schulen in der Trägerschaft des Kreises über die Projektidee der Ausstattung einer festzulegenden Anzahl von Modellklassen im Kreisgebiet Euskirchen mit Tablet-Computern zu informieren und das Interesse an einer Teilnahme am Projekt abzufragen.

Zu diesem Zeitpunkt wurden bereits in allen kreiseigenen Schulen iPads oder andere mobile Endgeräte in unterschiedlichen Einsatzbereichen im Unterricht genutzt. In der Ausschuss-Sitzung „Bildung und Inklusion“ vom 07. Juni 2016 wurden die Mitglieder durch Erfahrungsberichte der kreiseigenen Schulen über die positive Entwicklung an den kreiseigenen Schulen informiert. Schwerpunkte waren u.a. Berichte über Erfahrungen im Umgang mit Tablets o.a. digitalen Medien.

Die wesentlichen Ergebnisse der Schulleiter lauteten:

In den Berufkollegs:

„Das iPad im Unterricht ist als unterstützendes Medium zu betrachten, das ganz verschiedene Aktionen bedient. Es geht nicht darum, alle Lektionen, mit denen man seit 5, 10 oder 15 Jahren arbeitet, über Bord zu werfen. Es geht darum, Dinge durch die Unterstützung von Technologie zu verbessern, Inhalte mit Leben zu füllen und für die Schüler besser verständlich zu machen.“

In der Hans-Verbeek-Schule:

„Der didaktische Nutzen ist nach wie vor sehr hoch. Hinzu kommt, dass die Schülerinnen und Schüler, die mit einem I-Pad arbeiten, gleichzeitig in ihrem Selbstbewusstsein gefördert werden. Sie arbeiten ja genauso wie andere Schülerinnen und Schüler, die keinen sonderpädagogischen Förderschwerpunkt haben. Sie empfinden sich damit in vielen Situationen auf gleicher „Augenhöhe“ wie die Schülerinnen und Schüler der Regelschule.“

Die Sankt-Nikolaus Schule

sieht den didaktischer Nutzen vor allem im Bereich der unterstützenden Kommunikation:

  • Kommunikation fördern/Sprache als Mittel zur Umweltbeeinflussung erkennen
  • Soziale Interaktion anbahnen
  • Vokabular in jeder Lebenslage bereitstellen und anbieten
  • Gezielt Vokabular kennenlernen und üben (s. unteres Foto)
  • Förderung des Symbol- und Wortverständnisses/Ausbau des Wortschatzes
  • Satzbau anbahnen
     

Hier noch einige Aussagen aus dem Kreis der Lehrer und Schüler:

Lehrer:

  • IPads sind flexibel einsetzbar und schaffen einen schnellen Wechsel der Sozialformen
  • Unterrichtsmaterialien werden während der Stunde sekundenschnell kabellos verschickt (geringere Kopierkosten)
  • Schülerinnen und Schüler gehen verantwortungsbewusst mit der Technik um

Schüler:

  • „Ich finde es gut, dass wir als Schüler mit modernen Technologien konfrontiert werden und lernen, damit umzugehen.“
  • „Es ist toll, dass wir die iPads im Fremdsprachenzentrum haben, da der Unterricht dadurch kreativ gestaltet werden kann. Sie sind außerdem kabellos und vereinen mehrere Geräte und Anwendungen.“
  • „Die iPads ermöglichen einem auch, sich kreativer am Unterricht zu beteiligen.“
  • „Ich schreibe persönlich lieber auf Blättern, da ich mich so besser auf eine Klausur vorbereiten kann, und ich die Daten des iPads leider nichtZuhause nutzen kann.“

Gerade mit Blick auf die zunehmende gesellschaftliche Vielfalt, die sich auch in den immer unterschiedlicheren Lernvoraussetzungen und -ständen im einzelnen Klassenzimmer widerspiegelt, haben digitale Medien, sofern ihr Einsatz in eine individuell fordernde Lehr- und Lernkultur eingebettet ist, große Potenziale. Im Mittelpunkt muss immer das Ziel stehen, dass alle Schülerinnen und Schüler entsprechend ihrer individuellen Voraussetzungen erfolgreich lernen können und dabei vom Einsatz digitaler Medien im Unterricht unterstützt werden. Wenn dies gelingt, könnte die Digitalisierung einen wertvollen Beitrag zu einem leistungsfähigen und chancengerechten Bildungssystem leisten.

Hier sind wir im Kreis Euskirchen offensichtlich auf einem guten Weg!

 

 

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